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Düsseldorf.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Frank Richter, hat
vor dem Hintergrund der heutigen Landtagsdebatte die Anti-Mafia-Politik der
Landesregierung scharf kritisiert. „Weil sich die Tatbeteiligten oft seit
Kindheitsbeinen kennen, lassen sich mafiöse Strukturen nicht durch das
Einschleusen verdeckter Ermittler bekämpfen, sondern nur durch den Einsatz
moderner Kommunikationsmittel", erklärte Richter. „So lange die Landesregierung
die Möglichkeiten der Polizei zur Nutzung von Telekommunikationsdaten und zur
Online-Durchsuchung massiv einschränkt, braucht sich niemand zu wundern, dass
die Mafia Nordrhein-Westfalen als idealen Rückzugsraum betrachtet." Selbst in
dem gerade erst von der Landesregierung vorgelegten Entwurf für ein neues
Polizeigesetz würden wichtige Befugnisse, die die Polizei im Online-Zeitalter
für eine erfolgreiche Strafverfolgung braucht, fehlen.
Zudem fordert die GdP eine
stärkere Zusammenarbeit von Polizei und Steuerfahndung bei der Bekämpfung der
organisierten Kriminalität. „Wir müssen die Gewinne der Mafia abschöpfen, wenn
wir sie besiegen wollen", erklärte Richter, „Das funktioniert aber nur, wenn
Polizei und Steuerfahndung intensiver als bislang zusammenarbeiten. Dazu müssen
beide Bereiche personell aufgestockt werden."
Nach
Beobachtung der GdP gibt es mafiöse Strukturen nicht nur in Bezug auf die
italienische Mafia. Auch bei türkischen, libanesischen und osteuropäischen
Tätergruppen gibt es vergleichbare, streng nach außen abgeschottete kriminelle
Strukturen. „Wenn wir verhindern wollen, dass bei uns Parallelgesellschaften entstehen,
in denen unsere Gesetze nicht mehr gelten, müssen wir diese Strukturen
aufbrechen", fordert Richter. „Ohne den Einsatz moderner Fahndungsmethoden
werden wir dabei scheitern."
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